Mangos aus Senegal: Mit dabei vom Baum bis zur Exportkiste

HERKUNFT Senegal | START 2009 | PROJEKTPARTNER Buur Sine, Kooperative mit Geschäftspartner Amacodou Diouf | MITGLIEDER 75 | ANBAUFLÄCHE 125 ha | ZERTIFIZIERUNG EU-Bio, Bio Suisse, GLOBALG.A.P., Naturland | PRODUKTE Mangos, lokaler Handel mit Limetten und Cashews 

Unser Einkäufer für Obst und Gemüse David Buitenhuis war kürzlich das erste Mal im Senegal unterwegs. Er besuchte dort die Kooperative Buur Sine, die ihre Bio-Mangos an BioTropic liefert. Im Juli startet die Erntesaison für die beliebten Früchte und David hatte die Gelegenheit, den Wertschöpfungsprozess im Land von der Ernte bis zur Verschickung zu verfolgen.

Amacodou Diouf, der Geschäftsführer von Buur Sine, holte David am Flughafen der Hauptstadt Dakar ab. Sie fuhren zur Packstation, die unweit von Dakar liegt. Dort konnte er mitverfolgen wie frisch geerntete Mangofrüchte entladen wurden. „Die Mangos werden feldfrisch noch am Tag der Ernte in der Packstation angeliefert, um dort für den Export aufbereitet zu werden. Das ist optimal und längst nicht überall üblich“, stellt David fest.

Am nächsten Tag besuchen sie gemeinsam zwei Mangoplantagen der Kooperative. Irgendwann ist die Straße nicht mehr geteert, die Fahrt wird abenteuerlicher und führt querfeldein durch sandige Flächen. Die Mangobäume wachsen in den Senken von Niayes, ein größeres Feuchtgebiet im ansonsten eher trockenen Senegal. Um die Erosion zu mindern, sind viele Felder von Hecken umgeben. Die Bäume stehen verstreut inmitten einer überraschend kargen Landschaft. „Ich hatte tatsächlich mehr Grün erwartet. Zur Zeit ist aber auch Trockenzeit, regelmäßiger Regen fällt erst wieder ab etwa Mitte August“, weiß David. Mangobäume sind jedoch genügsam. Ihre langen Pfahlwurzeln graben sich tief in die Erde.

Wie werden Mangos geerntet?

Mit einer Messerschneide an einem langen Stab werden die Früchte geerntet. Direkt nach dem Pflücken werden die langen Stiele an der Frucht abgeschnitten. Die Erntehelfer sind darin geübt, nicht mit dem klebrigen, leicht ätzenden Saft in Kontakt zu kommen, der reichhaltig aus der Schnittstelle fließt. Gekonnt legen sie die Früchte mit der Schnittstelle nach unten auf den Boden, damit die Früchte nicht verkleben oder beschädigt werden.

Die Kleinbauern kultivieren für den ausländischen Handel ausschließlich die Sorte Kent. Die mittelgroßen Früchte sind faserarm und sehr aromatisch. „Im Vergleich zu anderen Herkünften haben senegalesische Mangos einen relativ kurzen Transportweg vom Baum bis nach Duisburg. „Dadurch können sie ihr intensives Aroma bewahren“, erläutert David.

In der Packstation

Die gesammelten Mangos werden dann zur Packstation gefahren, wo sie gewaschen, sortiert und verpackt werden. „Bei uns arbeiten saisonal insgesamt 120 Angestellte, und 75 Mangobauern liefern ihre Produkte“, sagt Amacodou Diouf, der David alles zeigt. In der Erntesaison arbeiten viele Studenten bei Buur Sine, um während der Semesterferien ihr Einkommen zu verbessern. David lernt während seiner Tour in der Packstation Fatou kennen, die ansonsten Jura studiert. Fallou dagegen ist Hauptverantwortliche für die Qualitätssicherung während der Ernte. Und da ist Tschurro, sie achtet in der Packstation darauf, dass alles seine Ordnung hat und kontrolliert die Fruchtqualitäten und stellt die Rückverfolgbarkeit der Früchte sicher.

Mittags wird gegessen. Die täglich frische Verpflegung der Angestellten wird von Buur Sine gestellt. Das Mittagessen besteht meist aus Reis mit Soße, Gemüse, Hähnchenfleisch und Gewürzen. Traditionell wird aus einer großen flachen Schüssel gegessen – mehrere Personen bedienen sich mit Löffeln daraus.

Unabhängig von David war außerdem ein Kontrolleur eines international tätigen Überprüfungsservice bei Buur Sine und führte ein GRASP-Audit durch. Das ist ein Zusatzmodul von GLOBALG.A.P., welches das Sozialmanagement im landwirtschaftlichen Betrieb einschätzt und sich mit der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und den sozialen Belange von Arbeitern befasst. Die Zertifizierung ist freiwillig.

David Buitenhuis:
„Der direkte Kontakt zu den Lieferanten und Bauern ist unersetzbar. Nur so kann man erkennen, wieviel Arbeit und Hingabe im gelieferten Produkt steckt. Diouf und seine Mitarbeiter geben sich große Mühe den europäischen Standard zu erfüllen. Außerdem sorgt Buur Sine gut für seine Mitarbeiter. Ein warmes Mittagessen ist beispielsweise nicht für jeden Senegalesen Standard. Buur Sine ermöglicht den Menschen vor Ort ein gutes Auskommen und schafft Perspektiven. Wir sind froh, einen solchen Lieferanten als Partner zu haben!“

Text: Visnja Malesic, David Buitenhuis
Bilder: BioTropic GmbH
Stand: Juli 2019

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