Berichte zur Coronakrise aus unseren Büros

Der Coronavirus hat die Welt global im Griff. Wir haben unsere Mitarbeiter*innen in den BioTropic-Niederlassungen gefragt, wie die Situation bei ihnen aussieht. Nachfolgend ihre Berichte.

 


Dick Troost – Büro Niederlande
„Es geht uns allen gut, aber ab jetzt greifen neue strengere Maßnahmen. Alle Veranstaltungen wurden bis 1. Juni storniert. Nur bis zwei Leute dürfen zusammen sein. Familien, die z.B. zu viert sind, sind natürlich eine Ausnahme. Die Bürgermeister dürfen sogar Stadtparks oder Strände zumachen, wenn zu viele Leute da sind.

Acht der zehn Leute arbeiten jetzt von zu Hause aus. Die zwei im Büro sind notwendig, einer für Dokumente und einer, um Kontrollen im Lager durchführen zu können. Man kann vor allem mehr in Ruhe arbeiten, effektiver, aber andererseits fehlt der Austausch mit den Kollegen, wie man das normalerweise machen kann. Jetzt muss man dazu eine E-Mail schreiben oder telefonieren.

Viel Waren gibt es aus Holland derzeit nicht mehr, aber das ist immer der Fall in dieser Jahreszeit – bei uns dreht es sich ja um Lagerwaren. Verkäufe sind aber stark angestiegen.
Das größte Problem bei unserem Warenfluss sind die fehlenden Leute, die die Waren verpacken, wie in Peru, Costa Rica, Argentinien und in der Elfenbeinküste. Die haben nur die Hälfte der Leute zur Verfügung.

Wir Menschen haben die Lösung für das Corona-Virus in den Händen, indem wir zuhause bleiben, und nicht ins Krankenhaus gehen…was viele Menschen denken.“


 

Odile Bouron – Büro Frankreich
„In der Gegend von Perpignan gibt es eine richtige Ausgangssperre von 20:00 bis 6:00 Uhr morgens. Wir sind in unseren Bewegungen sehr eingeschränkt, privat darf man sich von zuhause nur maximal 2 Kilometer entfernen. Für die Fahrt zur Arbeit haben wir eine extra Erlaubnis. Man sieht keine Menschen auf den Straßen. Das Hamsterverhalten hat sich gelegt, es gibt in den Supermärkten noch Ware und als ich am Wochenende einkaufen ging, war es ruhig, ohne Warteschlange, aber mit Abstand, was die Leute einhalten.

Im Moment sind nur Nathalie und ich im Büro. Willem, Jean Eric und Christine arbeiten von Zuhause. Es funktioniert. Solange wir noch Ware auf Lager haben, werden wir ins Büro kommen, danach auch von zuhause arbeiten.

Warenfluss aus Marokko: Wir erhalten von PBS keine Ware mehr, da liegt alles brach. Mandarinen haben wir den letzten LKW heute erhalten, der Lagerbestand wird verkauft.
Unser Büro verkauft weiterhin die Produkte, die in Holland auf Lager sind.

Es ist jeden Tag ein neues Umdenken und Handeln, damit soll sich jeder beschäftigen.“


 


Doris Thewes – Büro Italien
„In Italien gilt jetzt die totale Ausgangssperre. Ein Einkauf im Supermarkt erinnert an Kriegszeiten:
45 Minuten Warteschlangen vor den Eingängen, weil nur noch eine bestimmte Anzahl an Menschen reingelassen wird. Das öffentliche Leben steht still.

Alle Kolleg*Innen arbeiten aus dem Home-Office. Die Arbeit von zuhause ist eine Herausforderung – die einen können sich besser konzentrieren und sind super-produktiv, für andere ist es gewöhnungsbedürftig. Alle geben ihr Bestes und halten den Betrieb am Laufen.
Die Betriebe arbeiten mit Notbesetzungen, sowohl bei der Feldarbeit als auch im Lager. Dies ist vor allem bedingt durch die verschärften Auflagen wie Schulschließungen, Quarantäne. Viele Arbeiter haben kein eigenes Fahrzeug oder auch verständlicherweise Angst.

Die Betriebe wissen oft erst am Tag selbst, mit wie vielen Arbeitskräften sie rechnen können.
Das vorhandene Personal ist durch die erhöhte Nachfrage in den letzten Wochen auch zum größten Teil überlastet. Es werden sehr viele Überstunden gemacht. Aber das kennt ihr sicher auch aus eurer Tätigkeit aktuell. Der Anbau (gerade Saisonwechsel), Ernte und Transport funktionieren soweit es unter den verschärften Bedingungen möglich ist. Alle leisten Außerordentliches!
Die Arbeitskräfte stehen nur eingeschränkt zur Verfügung. Im Moment gibt es noch alles – wie es sich entwickelt wird sich zeigen.

Haltet Euch an die Hygiene-, Abstands- und Ausgangsregeln! Nur so können wir die Pandemie überstehen.“


 

 

Volker Schmidt – Costa Rica / Dominikanische Republik
„Ich sitze jetzt in Costa Rica fest, es gibt keine weiteren Flugverbindungen. Alle Lieferantenbesuche in Peru, Ecuador sind nicht mehr möglich. In fast allen Ländern, außer Costa Rica, gelten nächtliche Ausgangsperren. Auch tagsüber ist die Bewegung eingeschränkt. Lebensmitteltransporte dürfen weiter fahren.
Erste Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln, z.B. mit Reis und Öl, sind erkennbar. Ansonsten ist alles verfügbar. Man muss es nur bezahlen können. Viele Tausende haben ihre Arbeit im Tourismus in der Dominikanischen Republik und in Costa Rica verloren. Der größte Devisenbringer dieser Länder fehlt jetzt. Die Leute sitzen auf der Straße, das bedeutet in diesen Ländern immer einen Anstieg der Kriminalität.

Ich selbst arbeite meistens von zu Hause, fahre einmal am Tag kurz in die Packstation zum Ingwer. Der Serverzugang benötigt eine stabile, robuste Verbindung. Das war vorher in Costa Rica schon schwierig, jetzt ist das Internet aber noch langsamer.

Es fehlen Arbeitskräfte auf den Feldern, beim Packen. Die Leute bleiben zu Hause. Der Warenfluss reduziert sich. Offensichtlich fehlen auch Arbeitskräfte beim Bestellen neuer Flächen. Geschlossene Grenzen behindern die Arbeitsmigration, Nicaraguaner, Haitianer, Venezolaner, alle kommen nicht mehr rein oder raus. Problematisch sind die die Zollpapiere, da stockt es.“


 

Pernille Krøyer Dynesen – Büro Spanien
„Seid 1 ½ Wochen wird in Spanien das „Absolute Ausgehverbot“ praktiziert, d.h. auch Spaziergänge und der Aufenthalt im Freien ist untersagt. Die Kontrollen sind sehr streng und werden sehr ernst genommen, aber die Verbreitung des Virus lässt sich nicht anders stoppen. Schüler haben Online-Unterricht, bekommen Aufgaben und sind beschäftigt. Man geht einmal in der Woche zum Supermarkt und ansonsten bleiben alle tatsächlich zuhause. Es ist schwer, aber die Menschen werden auch kreativ durch die Situation.

Alle Kollegen*Innen arbeiten von Zuhause, das funktioniert ganz gut. Ohne eigenes Lager ist das auch kein Problem. Die Kollegen kommunizieren per Telefon und täglich in einem Facetime-Meeting. Alle Anrufe werden auf die einzelnen Mitarbeiter umgeleitet. Ein effektives Arbeiten ist möglich, obwohl die permanente Kommunikation unter den Kollegen fehlt, wie es in einem gemeinsamen Büro möglich ist.

Der Warenfluss klappt soweit mit Verzögerung. Viel Ware geht über Frankreich, dort gibt es Verspätungen wegen der Ausgangssperre ab 20 Uhr. Es funktioniert trotz der derzeitigen Verhältnisse unerwartet gut. Generell wurde in den letzten Wochen mehr bestellt als an Ware vorhanden war, deshalb mussten die Ausliefermengen etwas reduziert werden. Zur Zeit normalisiert es sich aber wieder.
Probleme gibt es bei den Arbeitern: Sie dürfen nicht mehr zu fünft im Auto aufs Feld fahren oder bleiben freiwillig Zuhause. Arbeiter an den Bändern der Verpacker und Sortierer dürfen nicht mehr so eng zusammen stehen, dadurch wird alles verlangsamt.

Wir können froh sein, im Lebensmittel-Sektor zu arbeiten. Andere Gewerbe haben echte Probleme bis zur Pleite. Wir haben es in Italien und Spanien gesehen, es dauert zwar alles länger und Preise gehen hoch, aber es wird Lebensmittel geben!“


 


Kuemkwong Siemefo – Elfenbeinküste
„Inzwischen hat der Virus viele Länder in Afrika erreicht – u.a. die Elfenbeinküste. Die dort ergriffenen Maßnahmen ähneln denen der meisten EU-Länder, werden jedoch weniger ernst genommen bzw. konsequent umgesetzt. Je nach Land sind die Ausgangsregeln schärfer oder nicht so streng.

Unser Personal arbeitet von zuhause aus. Eine effektive Arbeit im Home-Office ist aber kaum möglich. Vor allem fehlt die Internetverbindung. Mit seiner heutigen Rede an die Nation verschärfte der Präsident der Elfenbeinküste die Ausfuhrvorschriften – vor allem der Logistik – deutlich.

Wie sich dies effektiv auf unsere Ausfuhren auswirkt, werden wir in den nächsten Tagen sehen.“


 


Sascha Suler – Büro Deutschland
„Seit Sonntag gelten auch bei uns verschärfte Ausgangsregeln. So ähnlich wie in Holland sollen wir Kontakte mit anderen Menschen vermeiden und möglichst von zuhause aus arbeiten. Wir dürfen noch an die frische Luft gehen, aber nur allein oder mit Familienmitgliedern. Die wichtigste Botschaft: Abstand halten und Händewaschen!
Die meisten Geschäfte sind geschlossen, außer Supermärkte, Apotheken, und weitere für das Überleben wichtige Läden.

Trotz der Hamster-Hysterie ist in den Supermärkten noch alles verfügbar – bis auf das legendäre Klopapier. In den konventionellen Supermärkten gibt es Probleme bei der Bestückung einiger Regale, z.B. sind Mehl, Nudeln, haltbare Backwaren und Olivenöl komplett ausverkauft und wird nicht wieder nachgeräumt. Frische Hefe (inzwischen auch Trockenhefe) gibt es schon seit mehreren Wochen gar nicht mehr. Dagegen sind die teureren Bio-Produkte meist noch vorhanden, auch in unseren eigenen Filialen erleben wir derzeit einen erhöhten Abverkauf, jedoch ist von allem noch Ware vorhanden.

Sascha und Ben sind noch im Büro – David, Vivien und Kuemkwong arbeiten im Home-Office. Die Arbeit von Zuhause ist soweit möglich und effektiv.

Bisher sind alle Übersee-Waren gut verfügbar – Bananen kommen in den gewohnten Mengen hier in Deutschland an und können weiterhin gereift und ausgeliefert werden.
Wie Volker sagte, gibt es Verzögerungen beim Dokumentenversand, was aber kein akutes Problem darstellt – trotz aller Umstände funktioniert auch das noch. Die derzeit höheren Bestellmengen führten teilweise zum Ausverkauf, z.B. gibt es jetzt eine Pause bei Kurkuma weil die geplante Ware schon komplett ausgeliefert wurde.

Wir möchten ein großes Lob an alle Menschen aussprechen, die derzeit Außerordentliches leisten: Lagermitarbeiter, Fahrer, Verkäufer, Lieferanten und alle, die mitwirken, leisten derzeit extreme Mehrarbeit bei maximaler Motivation. Ohne diesen Einsatz wären die Zeiten noch schwieriger als sie so schon sind.

Was jeder einzelne von uns tun kann: Haltet die Regeln ein und bleibt gesund!“

 

Text: BioTropic GmbH
Bilder: BioTropic GmbH
Stand: März 2020

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